Der ein und andere hat es wahrscheinlich mitbekommen, dass Anfang des Jahres – genauer am 1.1.2017 – meine Leica Q auf einem Rastplatz abhanden gekommen ist. Auf Facebook wurde es wunderbarer Weise etwa 600 mal geteilt, mit der Bitte, das sie doch zu mir zurück kommen möge (herzlichen Dank an alle!).

Die Hoffnung war da, geglaubt hatte es mir fast niemand, dass sie wieder zurück finden wird.

Dazu möchte ich einwerfen, dass ich kein Mensch bin, dem hin und wieder etwas abhanden kommt – ich passe sehr gut auf meine Sachen auf und ich bin seit dem Jakobsweg überzeugt, dass nichts einfach nur so kommt oder geht – und wenn etwas zu einem gehört, dann findet es auch seinen Weg zurück.

Darauf basierend, war ich gespannt, wie die Geschichte wohl weitergehen wird.

Und im Juni war es dann so weit – meine Leica tauchte auf eBay auf: Der exakte Zubehörumfang, die gleiche Tasche, die gleichen Abnutzungen, alles hat gepasst – nur hatte ich keine Seriennummer, um es 100% zu beweisen.

What next… da ich eine Anzeige gegen Unbekannt aufgegeben hatte, war ein Bezugspunkt da und ich meldetet meinen „Fund“ bei der Polizei. Diese meinte: schön… allerdings müssen wir, um an den Verkäufer ran zu kommen, mit dem Verdacht bei eBay die Adresse anfordern – und das kann dauern. Am Besten wäre ein „Sofortkauf“ – dann hätte ich ja alles. OK. Dann hüpfe ich mal in einen Kaufvertrag über den Neuwert (4480€) und… wird schon alles gut gehen.

Dann kam die Idee auf: bezahle doch einfach den Artikel, lasse ihn dir schicken und fordere dein Geld über den Käuferschutz zurück.

Klingt gut – funktioniert allerdings nicht, wie ich mit einem Telefonat mit eBay herausgefunden habe. Der Käuferschutz schützt einen vor falsch beschriebener Ware und nicht ankommender Ware. Hehlerware interessiert eBay nicht und sie zahlen dem entsprechend auch nichts – selbst wenn einem die Ware eigentlich gehört. Gut zu wissen. Sonst hätte ich die Leica gleich zwei mal gekauft, was etwas ungünstig gewesen wäre.

Next Step: Polizei. Gut.

Nachdem ich die Adressdaten der Polizei übermittelt hatte und auf den aktuellen Stand gebracht wurden war die Frage, wie geht es weiter. Durchsuchungsbefehl – gut, allerdings stellt den die Staatsanwaltschaft aus und muss in mehrfacher Ausführung original den entsprechenden Polizisten vorliegen. Kopie und eMail geht da nicht. OK. Beantragen – doch diese meinte: es gibt mehrere LeicaQs bei eBay und der Tatverdacht war damit nicht genug untermauert: abgelehnt.

Nadann – sollen die Polizei-Kollegen dann trotzdem vorbei gehen und schauen was passier?  Worst case ist, der Verkäufer sagt: herzlichen Dank, dass sie mich auf die Entdeckung aufmerksam gemacht haben, hier ist die Tür und ich habe nichts – und weg ist sie. Im besten Fall rückt der Verkäufer die Leica raus und alles ist gut.

Hmm – vielleicht bekommen wir noch ein paar weitere Informationen – wie die Seriennummer, dann wäre die Sache eingetütet. OK. In die Richtung hatte ich davor schon gedacht und den Verkäufer gebeten, mir doch noch ein paar Bilder zu schicken – u.a. von der Unterseite – das wäre ganz nett. Doch die Bilder ließen auf sich warten. Ein paar Tage später kamen sie dann doch: Jackpot. Ich leitete die Bilder weiter und der Durchsuchungsbefehl konnte kommen. Und er kam auch – allerdings mahlten die Mühlen hier etwas langsamer und drei Wochen gingen ins Land.

Zum Glück brauchten wir ihn dann doch nicht – denn in der Zwischenzeit schrieb mir der Verkäufer eine nette Mail, in der er den Fund meiner Visitenkarte in der Tasche erläutert, mir die Leica gerne zukommen lassen wolle und die Sache gerne vom Tisch hätte. Wunderbar. Doch wie jetzt – die Polizei ist im Boot und die kann ich jetzt schlecht umgehen. OK. E-Mail weitergeleitet an die netten Polizisten und die haben dann die Leica direkt abgeholt (ohne Durchsuchungsbefehl, der war noch in der Mache). Und so kam die Leica zur Polizei.

Doch so einfach zu mir finden, ging dann doch nicht. Denn die Leica musste erst von A nach B und von der Staatsanwaltschaft „freigegeben“ werden. Und dazu muss man die Leica verschicken. Als Privatperson ist das kein Problem. Doch für eine Behörde… in der Kamera sind nämlich Lithium-Ionen Akkus und das ist Gefahrgut – und das muss entsprechend gekennzeichnet werden. Die Polizei hat daraufhin diverse Ordner gewälzt, um den passenden Aufkleber zu finden und diesen zu beschaffen – dauerte X Wochen. Dann wurde die Kamera verschickt und war damit auf dem Weg… und gelangte schlussendlich unversehrt und in bester Verfassung – mit allen Bildern und noch ein paar mehr, zu mir. Tataaa.

Herzlichen Dank an die kooperative Polizei mit den netten Kontakten.

THE END

 

 

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